Themenabend am 18.02.2016

Webdesign für Printdesigner

Vom modernen Kommunikationsdesigner darf der Kunde heutzutage natürlich erwarten, dass dieser auch eine Gestaltung für eine Website liefern kann. Genauso wie der Printdesigner nicht selber an der Druckmaschine die Auflage der Broschüre produziert, wird er auch in solchen Fällen die Umsetzung an Spezialisten vergeben. Meistens einigt man sich darauf, ein Screendesign zu erstellen, das ein Webworker dann umsetzen soll. Das Design sieht gut aus, der Kunde nickt es ab – und dann kommt der Webworker, fragt nach einer Überarbeitung oder setzt das Design etwas anders um. Warum eigentlich?

Im Print ist das Produkt statisch. Ist die Visitenkarte oder die Broschüre erst einmal gedruckt, bekommt jeder das gleiche Ergebnis. Format, Bilder, Texte, Umfang, Farben, Schriften – alles erscheint so wie geplant.

Das Web hingegen ist äußerst dynamisch. Ein Webworker bemüht sich, möglichst viele Fälle abzudecken und muss sich immer wieder die Frage stellen: »Was passiert, wenn…?« Die Möglichkeiten wurden in den letzten Jahren immer umfangreicher. Dazu gehören:

  • Wie verhalten sich Naviagtionsbuttons beim Mouse-Over (Usability)?
  • Womit muss man rechnen, wenn Kunden eigene Texte und Bilder in das Redaktionssystem einsetzen?
  • Mit welchem Gerät sieht sich ein Nutzer die Website an (Smartphone, Tablet, Desktop – Responsive Webdesign)?
  • Ist der Nutzer vielleicht eingeschränkt (Blind, sehbehindert, motorisch eingeschränkt etc.)?
  • Was passiert, wenn ein Nutzer die Website von unterwegs abruft (Performance)?
  • Führt eine kleine Änderung beim Design vielleicht dazu, das Detail/Layout einfacher in das Content-Management-System zu integrieren (Kosten)?
  • Was passiert, wenn die Seite in sozialen Medien verlinkt wird (Social Media Snippets)?

Der Vortrag gibt Printdesignern einen Überblick, welche Elemente sie bereits in ihrem Entwurf berücksichtigen können, damit Webworker die gewünschte Website effizienter programmieren können. Auch geneigte Kunden erhalten hier Basiswissen, das helfen kann, Wünsche an Design und Programmierung zu konkretisieren und Abstimmungsprozesse zu verschlanken.

Der Referent Nicolai Schwarz arbeitet seit 2003 als selbstständiger Designer und Webentwickler in Dortmund. Nebenbei ist er Projektleiter und Redakteur beim (Web-)Fachmagazin Screenguide. Außerdem unterrichtet er Webdesign an der Medienakademie WAM.

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